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Pressekonferenz: 31.01.2015, 12Uhr, Oranienplatz – Berlin: Frauen wehren sich gegen das deutsche Asylsystem

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Widerstand gegen Sammelunterkünfte, sexuelle Ausbeutung und Kriminalisierung von Liebe

Berlin – Aktivistinnen laden zu einer Pressekonferenz gegen das deutsche Asylsystem ein. Anlass ist die Hochzeitsfeier einer von ihnen auf dem Oranienplatz.

Napuli Paul Langa beantragte 2012 Asyl in Deutschland. Doch der Staat, der weltweit Menschenrechte predigt, untersagt innerhalb seiner eigenen Grenzen das Menschenrecht auf Asyl. Das gilt auch für Frauen. Geschlechtsspezifische Verfolgung wurde zwar 2005 als Asylgrund eingeführt, wird jedoch weiterhin kaum anerkannt. Dass außerdem politische Verfolgung bei Frauen als Asylgrund nicht zur Geltung kommt, zeigt auch das Warten von Napuli Paul Langa – deren Asylantrag trotz ihres Aktivismus im Sudan bis heute unbeantwortet bleibt. Wenn die Bundesrepublik Frauen ihr Recht auf Asyl nicht gewährt, müssen diese oft sexuelle Ausbeutung deutscher Männer in Kauf nehmen, um durch Ehe oder Vaterschaft an einen sicheren Aufenthalt und an Grundrechte, wie das Recht auf Arbeit, zu gelangen. Die institutionellen und individuellen Täter dieser systematischen Menschenrechtsverletzungen bleiben unbestraft.

Auf dem Berliner Oranienplatz verliebte sich die Menschenrechtskämpferin, die insbesondere für die Baumbesetzung bekannt ist. Doch bevor sie und ihr Verlobter heiraten konnten, mussten sie lange gegen den Rassismus von Standesamt und Ausländerbehörde kämpfen, die die Liebe zwischen einem weißen, deutschen und einem schwarzen, sudanesischen Menschen nicht akzeptierten. Den deutschen Mann nahmen sie in Schutz, während sie der sudanesischen Frau unterstellten, dass sie ihren Verlobten nicht liebe. Trotz Kriminalisierung ihres Privatlebens hat die Aktivistin sich schließlich gegen die Behörden durchsetzen können.

Umso stolzer ist Napuli Paul Langa, am 31. Januar 2015 endlich zur Hochzeitsfeier auf dem Oranienplatz einzuladen. Sie beginnt um 12 Uhr mit einer Pressekonferenz von Aktistinnen, die sich jedes Jahr bei der Frauenflüchtlingskonferenz versammeln. Elizabeth Ngari von „Women in Exile“, sowie Ivy und Jennifer vom „International Women’s Space“ denunzieren die Schrecken der Sammelunterkünfte – besonders für Frauen – und fordern daher die Abschaffung aller „Lager”. Auch die Aktivistin aus Rumänien Maria Grigore und eine kurdische Aktivistin werden Forderungen an die deutsche Gesellschaft und Regierung stellen. Anschließend werden die Hochzeit und der Widerstand bis um 17 Uhr mit Essen und Musik gefeiert.

 

Author: Johann Wiede

Lesen heißt auch immer Nicht-Schreiben.

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